|
1. Entspannung
die erste Übung heißt: schwer werden.
Am Boden liegend, oder auf dem Sessel vor
dem Computer sitzend prüfe ich das Gewicht meiner Körperteile. Im Liegen spüre ich den
Boden, Arme seitlich vom Körper, Beine parallel, im Sitzen lasse ich alles hängen, auch
Kopf und Oberkörper und spüre die Sitzfläche. Mit jeder Bewegung stöhne ich gähnend,
tief aus dem Körper. Die stöhnenden gähnweiten Töne begleiten diese Übung die ganze
Zeit. Wenn ihr jetzt im vollbesetzten Büro beginnt, ist euch große Aufmerksamkeit des
Publikums sicher.
Wie an imaginären Fäden ziehe ich an den
Gelenken, an Fingern, Armen, Beinen, Kopf und Becken wie bei einer Marionette, hebe sie
vom Boden ab und lasse die Körperteile auf den Boden fallen. (Im Liegen Kopf und Füße
nie wirklich abheben, nur das Gewicht verringern, das Gewicht der Beine über die Knie
ertesten; im Sitzen den Kopf nach hinten und vor fallen lassen.) Bei unserer Marionette
ist an jedem Finger und jedem Gelenk ein Faden. Bei jedem Fallenlassen gebe ich einen
unserer stöhnenden Urlaute tief aus meinem Unterleib. Jedes Körperteil hebe ich mehrmals
an und lasse es mit einem lauten Ton fallen.
Dabei alle Neugier in die Erfahrung des
Gewichtes legen. Wie schwer ist mein Finger wirklich, wie schwer ist die Hand, der
Unterarm, der Oberarm die Schulter? Wie schwer ist all das zusammen? Jeden Finger einzeln
ertesten. Überrascht euch selbst mit dem Moment, wann ihr fallen laßt.
Das Ziel der Übung ist Entspannung zu
erreichen, indem ich ein Gefühl für das tatsächliche Gewicht meiner Körperteile
bekomme. Mit mehrmaligem Fallenlassen scheint das Körperteil immer schwerer zu werden,
bis man es kaum mehr anzuheben können meint.
|